Rumore Bianco | Feltre | Tagliamento

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Der König der Alpenflüsse soll er sein, der Tagliamento in Friaul. Diesmal von Chiusaforte über den Feltre in den Tagliamento | Testfahrt!

Flusswandern ist eine Art zu Reisen die einem die Möglichkeit gibt in der Geschwindigkeit der Natur einen Weg ins Unbekannte und schließlich zu sich selbst zu erleben.

Es ist beruhigend, anstrengend und Erlebnisreich.

Der Tagliamento ermöglicht uns unbekannte, teils unberührte Landschaft inmitten des Touristisch erschlossenen zu erobern.

Er entspringt in den Alpen und mündet ins Meer. Alleine dieser Aspekt ist Erstaunenswert. Vom Gebirgsbach zum Salzwasser, fantastisch!

Meine Reisen sind so Gestaltet, dass es einen Start, den Weg und ein Ziel gibt. Dazwischen liegt das zu erobernde und zu genießende. Nun, so wird jede Reise oder jeder Sport definiert, aber es gibt bei mir am Weg kein zurück, man muss sich der Aufgabe stellen, egal wie die Umstände sind. Es sind Reisen für Individualisten die in der Gruppe zurechtkommen müssen.

Es gilt mit der Natur, sich selbst, den Anderen ein Gemeinsames zu leben und aus dem heraus für sich das zu holen was einem Wichtig ist.

Der Fluss – Geografie

Der Tagliamento entwässert die Karnischen Alpen und den Cadore, teilweise die Julischen Alpen. Hauptnebenfluss ist die das Kanaltal bildende Fella. Gesamte Länge ca. 137 km. Einmündung in die Adria bei Lignano. Charakteristisch sind die Türkise Farbe des Wassers und das breite, im Hochsommer teilweise ausgetrocknete Schotterbett. Der Tagliamento ist so gut wie unreguliert und ohne nennenswerte künstliche Einbauten. Eine solche Wildflusslandschaft ist in Mitteleuropa einzigartig und dient als Modell für Flussrevitalisierungen in ganz Europa!

Der Gebirgsfluss

Der Tagliamento entspringt im Cadore unweit des Mauria Passes auf etwa 1.300 m Seehöhe und fließt zunächst als Gebirgsfluss am Fuße der Karnischen Alpen Richtung Westen. Er passiert die Städtchen Ampezzo und Tolmezzo, um bei Carnia das kalte und klare Wasser der Fella aufzunehmen, die uns bestens bekannt ist als das Türkise Flüsschen des Kanaltals. Ab Carnia (Seehöhe 300 m) wendet sich der Tagliamento nach Süden und teilt dadurch Friaul in zwei Hälften. Noch ein Wort zur Fella: Die Fella ist im Frühsommer ab Chiusaforte befahrbar – eine Variante, bei der man die Einmündung in den Tagliamento erlebt. Bester Einstiegspunkt: Im Ort am rechten Ufer zum Campo Sportivo fahren. Dort kann man unter der Autobahnbrücke bequem zum Wasser.

Das Trogtal

Der Fluss bildet ab Venzone ein Trogtal. Er behält weiterhin den Charakter eines Gebirgsflusses – man sieht sich auch umgeben von den Zweitausendern der Julischen und Karnischen Alpen. Nennenswerte Städtchen des Umlandes sind Venzone (1976 beim Erdbeben komplett zerstörter mittelalterlicher Ort, der Stein für Stein restauriert wurde), Gemona (hat heute etwa 10 mal so viele Einwohner wie die historische Rivalin und Schwesternstadt Venzone), San Daniele (Herkunftsort des berühmten San Daniele Schinkens – man sieht die Manufakturen, in denen Tonnen von Schinken ihrer Reife entgegen trocknen). Sehenswert auch ein ca. 20 m hoher Felsen, der am linken Ufer unmittelbar nach der Fellamündung ins Auge springt. Der Felsen war im WW1 als Bunker verwendet, man kann auf einer Eisenleiter raufklettern und wird mit guter Aussicht belohnt (no na).

Die Schotterwelt

Bei Pinzano (Ragogna) verengt sich das Tal zu einer felsigen Schlucht, über die eine hohe Brücke gespannt ist. Dort durchbricht der Tagliamento die Voralpen und ergießt sich ins Flachland. Eine geografisch sehr eindrucksvolle Situation, die Gabriele d´Annunzio pathetisch als das „Friulanische Amphitheater“ beschreibt. Wir schätzen den Platz auch deswegen, weil uns am linken Ufer nach dem Durchbruch Bruno, der Wirt vom Vecchio Traghet erwartet. Der Platz ist eine historische Furt und wird heute von den Friulanern am Wochenende als Ausflugsort und Badestrand genutzt. Hier ist immer was los und man kann eine Pasta und ein kühles Birra Moretti bekommen. Der Fluss wandelt wieder seinen Charakter: er beansprucht ein bis zu drei Kilometer breites Schotterbett für sich, das er zur Zeit der Schneeschmelze mitunter wirklich ausfüllt. Die Zivilisation wahrt respektvollen Abstand – überbrückt die Wildnis des Schotterbetts mit kilometerlangen Brücken und nähert sich dem Ufer auf improvisierten Pisten, die dort verlaufen, wo das vom Tagliamento jeden Frühling neu geformte Gelände es gestattet. Mit seinem Elan, den der Tagliamento aus den Bergen mitnimmt, fällt er in die gleißend weiße Welt aus Schotter ein, gräbt neue Arme, schüttet Inseln auf, trägt Hügel ab. Da bleibt kein Stein auf dem andern. Im Hochsommer arbeitet der Fluss in diesem Flussabschnitt seine ganze Energie ab, versickert irgendwo zwischen Dignano und Codroipo um unter der Schotteroberfläche weiter zu fliessen und erst vor Latisana als zahmer Flachlandfluss wieder zum Vorschein zu kommen, der träge dem Meer entgegen mäandriert. Doch zur Zeit der Schneeschmelze bis in den Juni hinein hat der Fluss genug Schwung und Wasser, um Boote bis in den Unterlauf und ins Meer zu tragen. Orte dieses Abschnitts: Dignano liegt gleich direkt am Fluss, am linken Ufer. Überquert man die Brücke von Dignano, erreicht man am rechten Ufer nach 5 km Spilimbergo, ein schmuckes Renaissancestädtchen, das den Eggenbergern gehörte. Drei Flussstunden stromabwärts die Brücke nach Codroipo (Bahnhof).

Der Unterlauf

Die Schotterwelt reicht etwa bis Madrisio (Autobahnbrücke), das ist 10 km flussaufwärts von Latisana. Ab Madrisio wird der Boden sandig, die Schotterwüste weicht einer Aulandschaft, die Fließgeschwindigkeit nimmt ab. Der Fluss konzentriert sein Wasser auf einen einzigen Arm, der immerhin so tief ist, dass man den Außenborder anwerfen kann. Man tuckert durch friedliche Auen, häufig trifft man auf Fischer, die in schwimmenden Holzkästen sitzend angeln. Man kann diese Auftriebskörper nicht „Boote“ nennen – die Dinger sehen eher unseren Sautrögen ähnlich… Ab Latisana begegnet man auch Jachten aus Lignano, die sich vermittels einer Flussfahrt das Salzwasser von Rumpf und Motor waschen. Diese Jachten schlagen mächtige Wellen, die zwar einem Schlauchboot wenig anhaben können, aber die Fischer in ihren Sautrögen mächtig zum Schaukeln und Fluchen bringen.

Die Mündung

Auf den letzten Kilometern vor Lignano begegnen einem schon viele Möwen und man kann eine weitere unkonventionelle Methode des Fischens beobachten: riesige Netze überspannen die gesamte Breite des Flusses. Die Netze sind auf Stahlrahmen gespannt, die mit Drahtseilen an riesigen Hebelbalken hängen, an denen der ganze Riesenkescher gesenkt und gehoben werden kann, so wie die Brunnen in der Puszta, nur dass man hier kein Wasser zu fördern sucht, sondern Fische. Nach beiden Richtungen führen Wasserwege mit Hinweisschildern wie z.B. Venezia 20 km. Man passiert am linken Ufer den großen Jachthafen von Lignano und ein sehr feines Restaurant mit Anlegesteg und Terrasse bis ans Ufer. Am rechten Ufer kennzeichnet ein Leuchtturm die Mündung. Der Aufenthalt beim Leuchtturm wird einem durch tausende Moskitos verleidet. Vermutlich befindet sich hier die zentrale Aufzuchtstation für sämtliche Stechmücken Italiens. Da gibt’s nur eins: schnell weg!

Dauer: 4 Tage

Wann: noch offen – geplant Ende August oder September

Strecke: Start in Chiusaforte bis offen

Testfahrt mit manchmal wenig Komfort

Preis nach Aufwand / nur zum Kostendecken daher sehr günstig!

mind. 4 Teilnehmerinnen / max. 6 TeilnehmerInnen

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Eine Antwort auf Rumore Bianco | Feltre | Tagliamento

  1. Eva Hoglinger sagt:

    Gerne wurden wir die information erhalten wann die Tour statt findet sobald die Termine feststehen. Wenn sie in unseren Urlaub fallen, waren wir mit 2 Leute dabei.

    Einige fragen dazu:
    – Übernachtung im Zelt?
    – Schwierigkeit der Strecke ? Wir waren zwar schon ein paar mal raftem, aber häufiger auf ruhigen Gewässer
    – soll der trip unter Woche sein oder als verlängertes Wochenende gedacht?

    Liebe grusse,

    Eva u. Christoph l

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